Die besten Gesundheitsberufe mit hohen Gehältern – auch ohne Medizinstudium

 

Bild: Didier Weemaels, unsplash.com

 

Ein gut bezahlter Gesundheitsberuf ist der Traum vieler Menschen. Gutes zu tun und dabei nicht nur anderen Menschen, sondern auch dem eigenen Portmonee zu helfen, ist schließlich ein attraktiver Gedanke. Doch das Medizinstudium steht nur Abiturienten mit Bestnoten und sehr ausdauernden Zeitgenossen mit mindestens 14 Wartesemestern offen – und angehenden Ärzten, die dank finanzstarker Eltern eine Privatuniversität besuchen können. Wer weder mit einem Abiturdurchschnitt von 1,0, noch mit schier unendlicher Geduld oder reichen Eltern gesegnet ist, muss einen anderen Weg wählen. Die nachfolgenden Zeilen präsentieren dir alternative Berufe mit hohem Gehalt im Gesundheitswesen.

Praktisch stark: Der Apotheker

Bist du naturwissenschaftlich interessiert und willst nicht zwingend direkt mit Patienten arbeiten, könnte das Studium der Pharmazie interessant sein. Während der Arzt sich mit dem Heilen und Lindern von Erkrankungen eines spezifischen Patienten befasst, konzentriert der Apotheker sich auf das Herstellen und Abgeben von Arzneimitteln, die Krankheiten lindern sollen. Die vom Apotheker hergestellten und/oder abgegebenen Arzneimittel können teilweise direkt an Patienten abgegeben werden. In manchen Fällen müssen die Medikamente jedoch durch einen Arzt verschrieben werden.

Neben der klassischen Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke stehen dem Apotheker zahlreiche weitere Einsatzfelder offen. So kann er beispielsweise in einer Krankenhausapotheke eng mit dem Arzt zusammenarbeiten und Medikamente herstellen, die individuell auf die Bedürfnisse seiner Patienten zugeschnitten sind. Darüber hinaus eröffnen sich attraktive Karrieremöglichkeiten in der Pharmaindustrie. Dort arbeiten Apotheker vor allem an der Erforschung neuer Wirkstoffe und in der Überwachung des industriellen Fertigungsprozesses von Arzneimitteln.

Die Approbation als Apotheker erhältst du, nachdem du ein Pharmaziestudium von acht Semestern erfolgreich abgeschlossen und anschließend ein Praxisjahr absolviert hast. Um zum Studium zugelassen zu werden reicht ein Abiturdurchschnitt von 2,0 in der Regel aus. Alternativ werden meist vier Wartesemester erwartet.

Auch finanziell ist der Beruf des Apothekers interessant. Während das Einstiegsgehalt in der öffentlichen Apotheke mit etwas mehr als 40.000 Euro pro Jahr bereits recht ansehnlich ist, dürfen Apotheker in der Pharmaindustrie mit einem Gehalt von rund 55.000 Euro rechnen – und das bereits beim Berufseinstieg. Der Apotheker zählt damit zu den gut bezahlten Gesundheitsberufen.

Wirtschaftlich aktiv: Der Gesundheitsmanager

Gesundheitsmanager arbeiten zwar im Gesundheitswesen, sind jedoch nicht an der Heilung von Patienten beteiligt. Sie beschäftigen sich viel mehr mit der wirtschaftlichen Lage von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Institutionen des Gesundheitswesens. Als Gesundheitsmanager im Krankenhaus sorgst du also dafür, dass dieses wirtschaftlich gesund bleibt.

Darüber hinaus kannst du auch im betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig werden. Hier besteht deine Aufgabe darin, die internen Abläufe und Prozesse möglichst gesundheitsfördernd zu gestalten – etwa durch das Einführen flexibler Arbeitszeitmodelle, aktiven Arbeits- und Gesundheitsschutz oder durch das Fördern von Präventionskursen.

Wie du siehst, ist das Aufgabengebiet des Gesundheitsmanagers sehr vielseitig. Es ist in jedem Falle jedoch von wirtschaftlichen Zielen geprägt, die erreicht werden sollen – im Krankenhaus durch das Erreichen von Umsatzzielen, im Betrieb durch die Förderung der Mitarbeitergesundheit, welche die wirtschaftliche Effizienz steigert. Im Krankenhaus muss darüber hinaus dafür gesorgt werden, die Versorgung der Patienten trotz ökonomischer Optimierungen sicherzustellen.

Der Einstieg in den Beruf gelingt meist durch ein dreijähriges Bachelorstudium an einer Fachhochschule. Angehende Gesundheitsmanager absolvieren Studiengänge wie „Gesundheitsmanagement“, „Gesundheitsökonomie“ oder „Gesundheitswirtschaft“. Beim Berufseinstieg winkt ein attraktives Gehalt von durchschnittlich etwa 36.000 Euro pro Jahr. Mit steigender Verantwortung steigt auch das Gehalt.

Technisch begabt: Der Medizininformatiker

Medizininformatiker befassen sich unter anderem mit medizinischer Dokumentation, bildgebenden Verfahren, wissenschaftlichen Modellierungen, Biometrie und Biosignalverarbeitung. Ihr Arbeitsgebiet umfasst die Entwicklung sowie die Wartung und den Betrieb technischer Systeme und Geräte, die im medizinischen Alltag zum Einsatzkommen. Hierzu zählen neben bekannten Geräten wie dem Ultraschallgerät und dem Computertomographen auch Systeme zur Archivierung medizinischer Daten und technische Assistenzsysteme, die beispielsweise bei Operationen zum Einsatz kommen.

Um dieser anspruchsvollen Aufgabe auf dem Grenzgebiet von Medizin und Technik verantwortungsvoll nachgehen zu können, werden Medizininformatiker im Rahmen eines meist dreijährigen Studiums auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Mit einem Einstiegsgehalt von etwa 39.000 Euro im Jahr zählt auch dieser Beruf zu den gut bezahlten Berufen im Gesundheitswesen. Jobchancen eröffnen sich in Krankenhäusern, bei Krankenkassen, Pharmaunternehmen und Beratungsfirmen, bei Herstellern von Medizingeräten, in der Forschung sowie bei IT-Dienstleistern.

Ganz ohne Studium: Der medizinisch-technische Assistent

Medizinisch-technische Assistenten absolvieren eine dreijährige schulische Ausbildung. Vor der Aufnahme der Ausbildung musst du dich für einen der Bereiche Radiologie, Funktionsdiagnostik und Laboratorium entscheiden. Die Ausbildungsinhalte unterscheiden sich je nach gewähltem Fachbereich.

Nach der Ausbildung wirst du im von dir gewählten Bereich praktisch tätig. Als medizinisch-technischer Radiologieassistent fertigst du Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen an. Deine Aufgabe besteht insgesamt darin, bildgebende Verfahren anzuwenden. Darüber hinaus führst du mit Hilfe von radioaktiven Substanzen nuklearmedizinische Untersuchungen durch.

Als Laboratoriumsassistent untersuchst du Gewebeproben und Körperflüssigkeiten von Patienten. Die von dir durchgeführten Untersuchungen dienen meist dem Erkennen von Krankheiten oder sonstigen Auffälligkeiten.

Entscheidest du dich für den Bereich der Funktionsdiagnostik, arbeitest du direkt mit den Patienten. Du führst beispielsweise Überprüfungen der Lungenfunktion, der Hörfähigkeit oder Messungen der Hirnströme durch.

In allen drei Bereichen verdienst du relativ viel Geld – mehr als in anderen Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen. Dein Einstiegsgehalt als medizinisch-technischer Assistent liegt bei knapp 25.000 Euro pro Jahr. Bereits nach kurzer Zeit kannst du jedoch ein Gehalt von etwa 29.000 Euro erreichen. Das Durchschnittsgehalt als MTA liegt indes bei rund 34.000 Euro jährlich.

Hat den Blick für das Ganze: Der Gesundheitswissenschaftler

Gesundheitswissenschaftler befassen sich mit Fragen von Gesundheit und Krankheit. Hierbei richten sie ihren Blick jedoch nicht auf einzelne Patienten, sondern auf ganze Bevölkerungsgruppen. Wie kommt es zu Epidemien und wie kann man sie verhindern? Was sind Volkskrankheiten und warum treten sie so häufig auf? Wie können wir den Gesundheitszustand der Bevölkerung verbessern? Als Gesundheitswissenschaftler befasst du dich mit derartigen Fragen.

Nach deinem meist dreijährigen Studium findest du eine Anstellung bei Behörden, Bildungseinrichtungen oder Krankenversicherungen. Im Bereich der Gesundheitsförderung entwirfst du Präventions- und Aufklärungskampagnen, planst Kurse zur Gesundheitsförderung und gibst Informationsbroschüren zu verschiedenen Krankheitsbildern heraus. Darüber hinaus bieten sich im Bereich der Forschung exzellente Karriereperspektiven. Auch im Verbraucherschutz werden Gesundheitswissenschaftler gesucht, die die Bevölkerung über Risiken aufklären und sie vor Gesundheitsgefahren schützen.

Zu Beginn deiner Karriere als Gesundheitswissenschaftler kannst du mit einem Gehalt von etwa 35.000 Euro rechnen.

Fazit

Wie du siehst, bieten sich auch ohne Medizinstudium spannende Karriereperspektiven in Berufen mit hohem Gehalt. Gut bezahlte Gesundheitsberufe finden sich auch abseits des klassischen Medizinstudiums. Mitunter reicht sogar eine Berufsausbildung aus, um einen ansehnlichen Lohn zu erhalten.

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